Jobsuche während der Corona-Pandemie

Sollte ich meine Jobsuche in Zeiten von Corona auf Eis legen? Diese Frage stellen sich momentan viele Jobsuchende. Die Arbeitslosenzahlen steigen und in den Firmen wird überall der Rotstift angesetzt. Sollte ich meine Jobsuche während der Corona-Pandemie weiter fortsetzen? Oder ist das ein sinnloses Unterfangen?

Anspruchsvolle Jobsuche während der Corona-Pandemie

Jobsuche ist immer anspruchsvoll. Es setzt voraus, dass man sich selber gut kennt, ebenso seine Ziele. Man muss den Markt gut kennen, ein gutes Netzwerk haben und nutzen. Als Jobsuchender sollten sie eine gute Suchstrategie haben und die Wege in den Arbeitsmarkt kennen. Das kann schnell zum Fulltime-Job werden. Und jetzt noch Corona! Viele Stellenausschreibungen werden gestoppt und Einstellungsgespräche abgesagt. Warum die Jobsuche in Zeiten von Corona nicht ad acta legen und sich auf andere Dinge konzentrieren?

Warum sie in Zeiten von Corona ihre Jobsuche nicht einfach aufgeben sollten

Natürlich ist die Zahl der Stellenausschreibungen gesunken und in vielen Firmen gibt es einen Einstellungsstopp. Doch gerade kluge Firmen stellen jetzt ein. Noch vor wenigen Monaten sprachen wir vom Fachkräftemangel. Die Unternehmen haben alles getan um interessante Talente auf sich aufmerksam zu machen. Recruiter beklagten sich über sinkende Bewerberzahlen, Stellen blieben unbesetzt. Die Unternehmen, die in Zeiten von Corona einstellen, haben jetzt die einmalige Möglichkeit an Talente zu kommen, auf die sie vor kurzem noch keinen Zugriff hatten. Wenn Mitarbeiter sich ihres Jobs in ihrer Firma nicht mehr sicher sind, sind sie eher bereit, nach links oder rechts zu schauen. Gezielte Jobsuche ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Vertun sie in diesen Tagen nicht wertvolle Zeit, in dem sie ihre Karriere hinten anstellen. Es gibt viele Dinge, die sie jetzt in Sachen Jobsuche tun können, um gut vorbereitet zu sein, wenn der Arbeitsmarkt wieder anzieht.

Diese Unternehmen stellen in der Corona-Krise weiter ein

Es gibt sie: Unternehmen, die während Corona weiter einstellen. Das sind zum Beispiel die  Unternehmen, die von der Krise profitieren, z.B. Digitalfirmen oder Biotech-Firmen. Oder Firmen, die strategisch entscheiden auch in Zeiten von Corona einzustellen. Denn irgendwann werden sie Talente brauchen. Das Jobportal Glassdor hat die Anzahl der neu veröffentlichten Stellenanzeigen vom 16. bis 22. April 2020 ausgewertet. Eine Rangliste der einstellenden Unternehmen ist entstanden. Ganz oben steht die Deutsche Bahn, die trotz sinkender Zahl der Reisenden strategisch entschieden hat ihre Recruiting-Offensive weiter fortzuführen.  Es wundert nicht, dass auf Platz zwei ein Gesundheitskonzern steht: Fresenius. Mit Rewe, Aldi, Lidl und Edeka sind natürlich auch die großen Lebensmittelhändler vertreten.

Gezielte Jobsuche

Für Jobsuchende ist es in diesen Zeiten besonders wichtig, gezielt vorzugehen. Sie sollten nicht wahllos Bewerbungen verschicken, sondern genaue Vorstellungen haben, was sie wollen. Sie brauchen eine klare Suchstrategie. Doch wie gehen sie nun am besten bei der Jobsuche vor?

1. Finden sie ihr Ziel

Zunächst müssen sie sich die Frage stellen: was will ich wirklich, wirklich tun? Und hier ist es wichtig, dass sie ihre Ziele finden und nicht die von Eltern, Partnern oder Freunden. Finden sie heraus, was sie beruflich und persönlich erreichen wollen. Der nächste Job muss ja nicht gleich der Traumjob sein. Aber es kann ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein. Fragen sie sich: Wo will ich hin? Was ist mir wichtig? Wie und mit wem will ich arbeiten? Wie sieht mein perfekter Arbeitstag aus? Was will ich in Zukunft nicht mehr?

2. Werden sie sich ihrer Kompetenzen und Stärken bewusst

Leider konzentrieren wir uns viel zu sehr auf unsere Schwächen, als mit unseren Stärken und Kompetenzen zu beschäftigen. Aber wenn sie sich ihrer eigenen Kompetenzen nicht bewusst sind, wie sollen andere sie dann erkennen? Beschäftigen sie sich mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen. Fragen sie sich, was sie wirklich gut können und welche Stärken und Fähigkeiten sie bei ihrem letzten Projekt erfolgreich gemacht haben. Was können sie dem Arbeitsmarkt anbieten? Womit können sie einen Mehrwert bieten? Wo fragen andere Menschen sie um Rat? Fragen sie Freunde, Bekannte, Familie nach ihren Stärken. Studieren sie die Werdegänge von Personen die ihre Wunschposition haben, welche Kompetenzen haben diese Menschen und wie sind sie dahin gekommen? Wie können sie diese Kompetenzen aufbauen?

Stärkenanalyse im Karriere Coaching

Manchen Menschen hilft es, gemeinsam mit einem Coach ihre Berufszielen und Kompetenzen zu reflektieren. In meinem Karriere Coaching erarbeite ich gemeinsam mit meinen Klienten ein persönliches Stärkenprofil. Wir klären berufliche Zielvorstellungen und erarbeiten eine Strategie zum Traumjob.

3. Finden sie ihr Wunschunternehmen

Folgende Fragen sollten sie sich stellen, um ihr Wunschunternehmen zu finden:

  • Welche Unternehmen kommen für mich in Frage?
  • Was ist mir bei meinem Wunscharbeitgeber wichtig?
  • Wie und wo will ich arbeiten?
  • Mit welchen Menschen möchte ich arbeiten?
  • Für wen sind meine Kompetenzen und Fähigkeiten interessant?
  • Welche Unternehmen gibt es in meiner Region?

Vielleicht sind hier Unternehmen dabei, die gerade nicht ausschreiben. Finde sie diese Organisation interessant, kann es sich trotzdem lohnen in den Dialog zu gehen. Oft sind die Stellen nicht extern ausgeschrieben. Kommen sie mit dem Unternehmen ins Gespräch stellt sich heraus, dass doch Mitarbeiter gesucht werden. Gehen sie in Kontakt, indem sie eine Initiativbewerbung schicken oder ihr Netzwerk nutzen. Vielleicht kennen sie jemanden, der jemanden in diesem Unternehmen kennt.

Arbeitgeber-Bewertungsplattformen nutzen

Suchen sie nach ihren Wunschunternehmen bei kununu. Wie werden die Unternehmen dort bewertet? Lohnt sich eine Initiativbewerbung? Vielleicht finden sie Hinweise darauf, ob die Unternehmen einstellen. Unternehmen, die positiv bewertet werden, befinden sich oft im Wachstum. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Unternehmen einstellen, ist hoch.

4. Pflegen sie ihr Personal Branding im Netz

Haben sie noch kein LinkedIn oder XING-Profil? Sind ihre Profile veraltet? Dann ist spätestens jetzt der Zeitpunkt, ihre Profile auf Vordermann zu bringen. Gerade in Zeiten, in denen social distancing angesagt ist, gewinnen soziale Netzwerke an Bedeutung. In Zeiten von Corona sind viel mehr Menschen auf sozialen Netzwerken unterwegs als sonst. Mithilfe von Linkedin, Xing, Facebook und Co. haben sie die einmalige Möglichkeit, eine persönliche Eigenmarke im Netz aufzubauen. Sie können ihre fachliche Kompetenz und ihre Persönlichkeit darstellen und werden im Netz als Experte wahrgenommen. Überlegen sie sich vorher genau, wofür sie stehen wollen und welche Expertise sie anbieten können.

5. Bauen sie ihr Netzwerk aus

Erweitern sie ihr Netzwerk und knüpfen sie Kontakte zu Fachexperten und Führungskräften interessanter Firmen. Studien belegen, dass über 50% der Positionen nicht über Stellenanzeigen sondern über Netzwerke vergeben werden. Sorgen sie dafür, dass sie als Experte im Netz gesehen und gefunden werden. Schaffen sie einen Mehrwert, indem sie hochwertige Beiträge teilen, kommentieren und selber erstellen. Setzen sie sich ein Ziel: mindestens 2-3 Aktivitäten pro Tag und ihr Netzwerk und ihre Reichweite werden bald wachsen. Warum nicht online in Kontakt treten mit Personen, die in für sie interessanten Firmen oder Branchen arbeiten? Lesen und kommentieren sie die Beiträge dieser Personen, folgen sie ihnen. So werden sie sichtbar. Bieten sie ihre Expertise an oder fragen sie nach dem Interesse an einem Austausch. Nie war es einfacher, Entscheider und Experten direkt zu kontaktieren. Reisezeiten und Präsenzmeetings fallen in Corona Zeiten weg. Die Menschen sind in der Regel momentan besser zu erreichen.

6. Beherrschen sie die Technik

Sie haben es geschafft und die Einladung zum Gespräch ist da! Vorstellungsgespräche sind schon in Nicht-Corona-Zeiten eine Herausforderung. Jetzt werden die meisten Gespräche per Telefon oder Videokonferenz durchgeführt. Hier gibt es einige Fallstricke. Es dauert länger zum Gegenüber eine Beziehung aufzubauen. Mimik und Gestik sind per Videoübertragung schwerer zu erkennen. Die Technik wird zur Herausforderung, wenn die Verbindung oder der Ton schlecht sind. Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Testen sie die Technik vorab mit dem Partner oder einem guten Freund. So können sie auch feststellen, wie sie vor ihrem gewählten Hintergrund wirken. Bitte verzichten sie auf virtuelle Hintergründe. Die Palme im Hintergrund wirkt schnell lächerlich im Interview. Der Personaler fragt sich dann vielleicht „Was will der Bewerber verbergen?“. Haben sie ein schönes Büro, ein schönes Bild oder eine Bücherwand, die als Hintergrund dienen kann? Ein gut gewählter Hintergrund sagt etwas über sie als Mensch aus.

7. Seien sie auf alle Fragen vorbereitet

Sammeln sie vorab typische Interviewfragen und überlegen sich mögliche Antworten. Die Fragen „Warum sollten wir sie einstellen?“ oder „Was ist ihre größte Schwäche?“ klingen vielleicht abgegriffen. Eine Antwort sollten sie dennoch parat haben. Überlegen sie sich Beispiele aus ihrer Berufspraxis, schwierige Situationen oder Projekte, anhand derer sie ihre Kompetenz vermitteln können. Menschen lieben Geschichten. Erzählen sie ihren Werdegang als spannende Geschichte. Betreiben sie Storytelling. Die richtige Vorbereitung gibt ihnen Sicherheit und sie können souveräner und professioneller auftreten.

In meinem Karriere Coaching begleite ich sie bei der Jobsuche und wir finden die richtige Strategie zu ihrem Traumjob. Wir erarbeiten ihr persönliches Kompetenzprofil und finden heraus was sie wirklich wollen. Wir bringen ihre Unterlagen auf Vordermann und bereiten sie auf das Jobinterview vor. Interessiert? Nehmen sie Kontakt zur mir auf. Ich freue mich auf ein erstes Gespräch.

 

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